Liebesbeziehung Mensch und Meer

Da das Meer die größte Region der Erde darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass mit den Ozeanen die Geschichte fast aller Kulturen eng verbunden ist. 

Kulturen rund um das Meer

Die europäische Kultur ist rund um das Mittelmeer entstanden. Odysseus kreuzt auf ihm in einem der frühesten Epen der Weltliteratur jahrelang hin und her. Das erste Kreuzfahrtschiff trug strapazenresistente Touristen Mitte des 19. Jahrhunderts von England zur iberischen Halbinsel. Die erste Weltreise übers Meer fand 1923 statt: Zum Vergnügen sehr zahlungskräftiger Reisender fuhr die „Laconia“ einmal um den Globus herum.

Das Motiv des Ozeanes in der Literaturgeschichte vertieft diverse Aspekte: der Ozean als Bedrohung, als Seelenspiegel des Menschen, der Ozean als politischer Faktor, als terra incognita, als physisches Faszinosum. Als solches wird es beispielsweise beim Baden wahrgenommen. Über Badereisen zu Heilquellen wurde im 13. Jahrhundert erstmals berichtet. Badeorte am Meer entstanden im 17. Jahrhundert, allerdings schwamm man damals noch nicht im heutigen Sinne im Wasser. Badeorte wurden bald zum gesellschaftlichen Mittelpunkt: Sogar Könige besuchten das englische Bath oder auch das niedersächsische Bad Pyrmont. Als gesundheitsförderndes, als sportliches Erlebnis begann die Praxis des Meer-Badens Ende des 18. Jahrhunderts. Und heute? Pures Vergnügen!

In Anthologien mit Geschichten, Legenden und Anekdoten um und über das Meer finden sich immer neue Antworten auf die alte Frage: Warum lieben wir eigentlich das Meer? 

Ist es gesund, am Meer zu leben? 

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Unumstritten ist: Meer tut dem menschlichen Organismus gut. Seine heilende Wirkung wurde bereits in der Antike eingesetzt. Heute wissen wir dank eigenen Forschungsinstituten, welche Stoffe aus der „Meeresapotheke“ Balsam für den Körper sind – wobei auch „erst ein Bruchteil der heilenden Meeressubstanzen bekannt ist“.

Im Laufe der Geschichte musste sich die Zuneigung für den Ozean aber erst entwickeln: „Das Meer wurde schon immer ambivalent wahrgenommen, als geheimnisvolles und rätselhaftes Element, von unerschöpflichem Reichtum, aber auch tückisch und voller Gefahren.“ Im Mittelalter sei vor allem die Angst vor dem Ungewissen in der Tiefe mit Erzählungen von monströsen Meeresungeheuern geschürt worden. Auch später dienten das Meer und seine Bewohner noch als Stoff für schlaflose Nächte: So erzählte „Moby Dick“ 1851 von einem rachsüchtigen Kapitän, der einen riesigen Wal verfolgt. 1975 wurde mit „Der weiße Hai“ ein neues Monster geschaffen. Doch keinem Ungeheuer und keiner Tragödie konnte es je gelingen, der Ozean als maritime Glücksoase zu entwerten – es übt eine geradezu magische Anziehungskraft aus, vor allem auf diejenigen, die nicht davon leben müssen.

Die See weckt alle fünf Sinne und lässt eine knisternde Sinnlichkeit entstehen.

Wir können es riechen und genießen den starken salzigen Geruch.

Wer schon einmal beim Schwimmen etwas Salzwasser in den Mund bekommen hat, konnte den Ozean auch schmecken. Das Meer beschert uns Menschen dazu auch so manchen Gaumenschmaus: Wer an der Küste ist, kann dort besonders gut frischen Fisch und Meeresfrüchte verköstigen. Hier geht die Liebe sehr wirklich direkt durch den Magen.

Ein weiterer Sinn, der am Meer stimuliert wird, ist das Sehen. Stehen wir am Strand oder auf einer Klippe und schauen auf das Meer, so können wir bis zum Horizont sehen. Unser Blick über das Meer wird nicht zugebaut und gibt uns das Gefühl von Unendlichkeit und gleichzeitig nichtig und klein zu sein. Das blau-grün-türkisfarbene Lichtwellenspektrum des Meeres wirkt dabei beruhigend, entkrampfend und stressmindernd.

Ebenso spricht das Meer mit uns, von sanftem Wellengeplänkel bis hin zu tobenden Brechern, wobei diese Geräuschkulisse nie störend oder laut wirkt, sondern durch seine Gleichmäßigkeit eher meditativ empfunden wird.

Der letzte Sinn ist das Spüren, wobei hier das Zusammenspiel von Wasser, Luft und Erde ( in diesem Fall der Strand) ausschlaggebend ist. Warmes und doch kühlendes Nass, das den Körper umschmeichelt, den Körper schweben lässt. Eine laue Brise, die sanft über die nasse Haut streichelt und Sand, der durch die befreiten Füsse rieselt.

Egal, mit welchem Gesicht das Meer sich zeigt, der Mensch ist fasziniert, be- und verzaubert von dem Naturschauspiel, das ihm geboten wird. 

Text: Ulla

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