Die Entstehung des Meeres – Lebensspender Ozean 1

Wasser ist sprichwörtlich unser Lebenselixier. Jedes Lebewesen braucht mehr oder weniger Wasser, um zu überleben. Mit oder besser im Wasser entstand denn auch das erste, was man als Leben bezeichnen kann. Wie es dazu kam, ist jedoch unter Wissenschaftlern umstritten. Manch einer meint, Grundsteine des Lebens kommen aus dem Weltall, andere sagen, Leben sei aus aus chemischen Reaktionen auf unserer Erde entstanden und natürlich gibt es noch die Schöpfungsgeschichte der Religion, auf die wir hier aber nicht weiter eingehen wollen.

Was geschah in der Urzeit mit dem Ozean?

Vor rund 4 Mrd Jahren ist die Erde nahezu vollständig von Wasser bedeckt und extrem aktiv. Erdbeben, Vulkanausbrüche und Wetterphänomene formen ihr Antlitz. Licht und Dunkelheit, Feuchtigkeit und Trockenheit, Hitze und Kälte – die ständig wechselnden Bedingungen befeuern chemische Reaktionen. So müssen sich damals aus einfachen Kohlenstoffverbindungen, aus Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel und anderen Stoffen komplexe Moleküle gebildet haben – die schließlich zu Leben wurden. Und das mit einer Geschwindigkeit, die Wissenschaftler noch immer vor ein Rätsel stellt.

Im Ozean gibt es schwarze und weiße Raucher, die aus dem Erdinneren in heißem Wasser gelöste Mineralien ausspucken, sowie Aminosäuren, Zucker, Basen und Fette enthalten. Über Jahrmillionen gehen diese Verbindungen ein und trennen sich wieder, bis vor etwa 3,9 Mrd Jahren die RNA entsteht. Die RNA ist so etwas wie die kleine, einfacher gebaute Schwester der DNA – jenes Stoffes, aus dem die Erbmasse irdischen Lebens heute besteht. Die RNA ist deshalb von großer Bedeutung, weil sie gleich für zwei wichtige Funktionen des frühen Lebens gebraucht wird: Erstens als Informationsspeicher, der für die Fortpflanzung notwendig ist. Zweitens kann die RNA, anders als die DNA, auch eine wichtige Rolle im Stoffwechsel übernehmen: Sie kann als Katalysator in chemischen Prozessen wirken. Das Leben, so nehmen viele Forscher deshalb an, hat sich zuerst in einer „RNA-Welt“ entwickelt. Im Laufe vieler Jahre lernt sie sich zu kopieren und zum Schutz vor Verfall eine Schutzhülle aus Fetten anzulegen. Die erste Zelle ist entstanden – der Urahn der Zellen und des irdischen Lebens: LUCA (Last Universal Common Ancestor), aus der Tiefe des Ozeans in 100 Grad heißem Wasser. Dr Einzeller ist in der Lage sich zu teilen, so dass immer mehr Einzeller entstehen. Im weiteren Verlauf bilden sie Gruppen, woraus sich dann Mehrzeller entwickeln.

Entstehung des ersten Lebens auf der Erde

Manche Forscher vermuten, dass die Zeit für die Entstehung des ersten Lebens auf der Erde gar nicht gereicht hat. Ihre Hypothese, die Panspermie, besagt, dass Bausteine des Lebens oder sogar einfache Formen von Organismen von viel älteren Himmelskörpern irgendwo im Weltraum über Asteroiden oder Kometen zur Erde gelangt sind. Tatsächlich wurden auf Kometen und Asteroiden und sogar in kosmischen Gas- und Staubwolken organische Moleküle identifiziert, die als Bausteine des Lebens betrachtet werden – darunter so komplexe Formen wie Aminosäuren. Die Panspermie ist dennoch äußerst umstritten.

Mit Sicherheit kann man bisher nicht sagen, wann die ersten Einzeller entstanden, da es durch Fehlen einer Skelettstruktur keine Fossilien dieser Zeit gibt. Doch versucht man durch Ablagerungen oder Gesteinsfunden dieser Zeit Rückschlüsse über die Entstehung der ersten Zellen zu ziehen. 

Text: Ulla

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Das vögelein heinz erhardt.